Eva Lichtspiele

Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Wir zeigen heute,
Freitag, den 19.08.2022:


13:15 Eva:
Arrow Mein Lotta-Leben - Alles Tschaka mit Alpaka

15:30 Eva:
Arrow Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss

18:00 Eva:
Arrow Mission: Joy Zuversicht und Freude in bewegten .

20:15 Eva:
Arrow Nicht ganz koscher - eine göttliche Komödie

Eintrittspreise

Plötzlich aufs Land

Eine Tierärztin im Burgund>

... seit 6. Januar 2022 (zum Bundesstart) in den Eva-Lichtspielen !
wieder am Donnerstag (27.1.) um 15:45 Uhr, Sowie am Fr + Sa (28.+29.1.) und Mo + Di (31.1. + 1.2.) jeweils um 16:00 Uhr und am Mittwoch (2.2.) um 18:30 Uhr! /


In Frankreich debütierte der Film bereits im Jahr 2019, nun kommt die sympathische unaufgeregte Komödie auch nach Deutschland. Man könnte das Ganze als französische Version von „Der Doktor und das liebe Vieh“ sehen, geht es doch um eine junge Tierärztin, die in einem Dorf Fuß fassen muss – obwohl sie das eigentlich gar nicht will.


FILMKRITIK:

Seit Jahren hat Alex (Noémie Schmidt) darauf hingearbeitet, in die Forschung zu gehen, als ihr Onkel Michel sie zurück nach Morvan in die tiefste französische Provinz lockt. Sie glaubt, er liegt im Sterben, tatsächlich möchte er aber, dass sie die Tierarztpraxis, die er zusammen mit Nico (Clovis Cornillac) führt, übernimmt. Da Michel sich gleich aus dem Staub macht, bleibt Alex, aber die praktische Arbeit ist doch etwas ganz anderes als die Theoretische. Ganz zu schweigen davon, dass Dorfbewohner mit ihrer spröden Art auch nicht gerade gut zurechtkommen …

Die Geschichte ist recht unaufgeregt erzählt. Sie funktioniert vor allem dann am besten, wenn Alex auf die Bewohner des Dorfes trifft, beim Bürgermeister ins Haus einsteigt, weil der seinen Hund vernachlässigt, Schnecken heilt und kleinen Kindern sagt, was es bedeutet, wenn der Hase euthanasiert wird. Daraus bezieht der Film einiges an komischem Potenzial. Es ist Humor, der immer auf dem Boden bleibt, der nie überzogen oder grobschlächtig daherkommt. Er entsteht aus dem Kontrast der Großstadtbewohnerin mit den Dörflern.

Weniger überzeugend ist die Geschichte von Alex‘ Kollegen Nico. Denn der hat mit seinen ehelichen Problemen, den schwierigen Kindern und der schlechtlaufenden Praxis praktisch ein Gesamtpaket an Klischees bekommen, die nach und nach abgearbeitet werden. Nicht weniger klischiert, aber dennoch reizvoller wäre es gewesen, ihn als Single mit Alex aneinandergeraten zu lassen. Aber auch so ist das Zusammenspiel der Beiden amüsant, weil sich sehr unterschiedliche Persönlichkeiten treffen.

Noémie Schmidt spielt Alex geradeheraus. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist damit schwierig und unnahbar, denn so gut sie mit Tieren kann, so unbeholfen und ungelenk ist sie mit Menschen. Bei Nico ist es anders. Er kann mit Menschen und Tieren gut und versteht seinen Job auch so, dass er nicht nur den Vier- und Mehrbeinern, sondern vor allem auch deren Herrchen und Frauchen helfen muss.

Wirklich überraschend ist an „Plötzlich aufs Land“ nichts, gute Unterhaltung ist aber dennoch geboten. Weil es auch mal schön ist, einen in sich ruhenden, nur eine kleine Geschichte erzählen wollenden Film zu sehen, der zudem davon profitiert, dass die beiden Hauptdarsteller in ihren Rollen sehr passioniert erscheinen. Vielleicht nicht der ganz große Wurf aus Frankreich, aber schöne Unterhaltung, auch und gerade, wenn man etwas für Tiere übrighat.

Peter Osteried, (programmkino.de)