Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 17.10.2018:


15:45 Eva:
Familie Schimek (1935)

18:00 Eva:
Waldheims Walzer

20:15 Eva:
Ballon

Durch Anklicken der Filmtitel erhalten Sie detaillierte Beschreibungen zu den Filmen


Bundesplatz-Kino

Impressum

Ballon

...bis einschließlich Mittwoch, den 17.10. täglich um 20:15 Uhr sowie von Montag bis Mittwoch (22.-24.10.) täglich um 17:45 Uhr in den Eva-Lichtspielen !

Der Regisseur Michael Bully Herbig ist bisher vorwiegend für seine Arbeiten in und an Komödien bekannt. Mit „Ballon“ begibt er sich nun erstmals auf das Gebiet der Inszenierung fernab von Comedy und Blödelei – und wer bislang daran gezweifelt haben sollte, dass ihm das gelingt, den belehrt er hier eindeutig eines Besseren.


FILMKRITIK:

Im Sommer 1979 in Thüringen fassen zwei Familien einen aberwitzigen Plan: Sie wollen raus aus der DDR und heile in den Westen – und das alles in einem Ballon. Dafür nähen, basteln und tüfteln sie wochenlang, bis ihr erster Versuch fehlschlägt. Nur wenige Meter vor der westdeutschen Grenze wird dem Ballon das Wetter zum Verhängnis. Er stürzt ab und die beiden Familien können froh sein, nicht von der Polizei erwischt worden zu sein. Doch diese macht ab sofort Jagd auf sie. Und so fassen die beiden Familienoberhäupter Peter Strelzyk (Friedrich Mücke) und Günter Wenzel (David Kross) den Entschluss, es noch einmal zu versuchen. Sie müssen noch effektiver arbeiten und ihre Pläne noch einmal genau kontrollieren, eh sie eine zweite Flucht planen können. Doch die Regierung ist bereits auf die Pläne aufmerksam geworden. Das ganze Vorhaben wird zu einem irren Wettlauf gegen die Zeit…

Ganz gleich, ob man mit dem Humor eines Michael Bully Herbig („Der Schuh des Manitu“, „(T)Raumschiff Surprise“) nun etwas anfangen kann oder nicht: Der gebürtig aus München stammende Filmemacher ist einer der wenigen in Deutschland, die ein Gespür für große Kinobilder haben. Auch 14 Jahre nach seinen nachdichtenden Weltraumeskapaden hat die Zeit die Computereffekte noch lange nicht eingeholt und auch die Indianerodyssee rund um Abahachi, Ranger und Winnetouch besitzt nach wie vor Leinwandformat. Kein Wunder also, dass es nach wie vor diese beiden Filme sind, die zu den drei erfolgreichsten deutschen Filmen aller Zeiten gehören. Inwiefern es Herbigs neuester Produktion „Ballon“ ähnlich ergeht, steht aktuell zwar noch in den Sternen, auf dieselben inszenatorischen Stärken besinnt sich der Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor allerdings auch diesmal. „Ballon“ ist danke der Mitarbeit von Herbigs Stammkameramann Stephan Schuh und -Komponist Ralf Wengenmayr einmal mehr Augen- und Ohrenweide und gehört zweifelsohne auf die ganz große Leinwand.

Erzählerisch erzählt „Ballon“ zwar „nur“ von einer weiteren dramatischen Flucht vom Osten in den Westen, doch schon Walt Disney Pictures wusste Anfang der Achtzigerjahre darum, wie filmreif diese gewesen sein muss. 1982 erschien „Mit dem Wind nach Westen“, inszeniert von Delbert Mann, der sich ebenfalls dem Schicksal der zwei Familien Strelzyk und Wenzel annahm. Herbig verleiht dem Ganzen nun allerdings nicht nur mit seinem Namen deutlich mehr an Prestige, sondern auch durch seine inszenatorische Finesse. Ohne sich nun ausschließlich auf sein neues Dasein als Thriller-Regisseur zu besinnen, streut er immer mal wieder komische Momente ein, lässt sein ganzes Know-How zu Kleinigkeiten wie einen dynamischen Schnitt oder die richtige Bildaufteilung in seine Arbeit miteinfließen und schafft am Ende vor allem dadurch, dass seine Geschichte, aller Vorhersehbarkeit zum Trotz, einen Sog aus Spannung, Dramatik und viel, viel Menschlichkeit entwickelt.

Herbig ist in „Ballon“ immer ganz nah dran an seinen Protagonisten. Was außerhalb ihrer vier Wände passiert, weiß ohnehin jeder aufmerksame Zuschauer. Anstatt nur ein weiteres Mal den Staatsapparat der DDR auseinanderzunehmen und auf dortige Missstände hinzuweisen, die schon zigmal im deutschen Film auseinandergenommen wurden, legt Herbig seine Story als Drama an, das ausschließlich die beiden Familien selbst betrifft. Inwiefern ihr Schicksal auch Einfluss auf eine ganze Bevölkerung haben könnte, deutet Herbig nur vereinzelt an. Und das reicht auch. Besonders spannend ist aber vor allem die parallel zu den Flucht-Vorbereitungen stattgefundene Ermittlerarbeit. Mit jeder Sekunde, die sich die Flüchtigen und die Polizei näher aufeinander zu bewegt, desto spannender wird „Ballon“, der es für Unkundige des Stoffes lange Zeit angenehm offenhält, ob die Flucht über die Grenze am Ende gelingen wird, oder nicht. Der durch die Bank herausragende Cast rund um Friedrich Mücke, Karoline Schuch und David Kross haucht dem Film zusätzlich Leben ein.

(Antje Wessels, programmkino.de)

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