Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Samstag, den 23.06.2018:


11:00 Eva:
Usedom - Der freie Blick aufs Meer

13:15 Eva:
Luis und die Aliens

15:30 Eva:
Vom Ende einer Geschichte

18:00 Eva:
Swimming with Men (DF)

20:30 Eva:
Halaleluja - Iren sind menschlich!

Durch Anklicken der Filmtitel erhalten Sie detaillierte Beschreibungen zu den Filmen


Bundesplatz-Kino

Impressum

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Dokumentarfilm

... Sonntag + Montag (17./18.06.) jeweils um 15:45 Uhr in deutscher Fassung in den Eva-Lichtspielen !

Die in Belgien geborene Filmemacherin Agnès Varda wird oft als „grand-mère“ der französischen Nouvelle Vague bezeichnet. Wenn dem so ist, müsste die heute fast 90-Jährige wohl die Urgroßmutter des 1983 geborenen Fotografen und Streetart-Künstlers JR sein. Für das dokumentarische Road Movie „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ bereisten Varda und JR das ländliche Frankreich, wo sie überlebensgroße Porträts vor Ort lebender Menschen an Gebäude anbringen. Es geht um Land und Leute, Fotografie und Kunst und nicht zuletzt um die persönliche Dynamik zwischen den Reisepartnern. Die poetische Reisedoku lief außer Konkurrenz beim Filmfestival in Cannes und erhielt eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm.


FILMKRITIK:

Mit Filmen wie „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“ prägte die 1928 geborene Agnès Varda das moderne Kino als innovative Filmemacherin mit. Der über ein halbes Jahrhundert jüngere Fotograf und Streetart-Künstler Juste Ridicule alias JR tat sich in den letzten Jahren hervor, als er beispielsweise Fotos von Menschen aus den Banlieues an abrissreife Häuser plakatierte oder mit dem Graffitikünstler Blu am stadtbekannten Graffiti an der Berliner Cuvry-Brache arbeitete. Wenn sich Varda und Ridicule zusammentun, treffen also zwei Generationen aufeinander, die einen künstlerischen Blick auf die Welt teilen.

In einem umgebauten Kamera-Van, der über eine Fotokabine verfügt und übergroße Poster drucken kann, fahren Varda und JR durch Frankreich. Auf einem Bauernhof in der Provence oder am Strand der Normandie, wo ein deutscher Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg in die Brandung gekippt ist, fotografieren die Künstlerin und der Künstler ansässige Menschen wie eine Kellnerin oder Ziegenbauern. Die Porträts befestigen sie an ausgewählten Fassaden, an Zügen oder auch mal an den Containern im Hafen von Le Havre, wo sie Porträts der Ehefrauen der Arbeiter anbringen. Auf Motivsuche ergeben sich immer wieder Zufälle und Fügungen, die das per Crowdfunding finanzierte Kunstprojekt beeinflussen.

Es geht um Landschaften und Gesichter und natürlich um Agnès Varda und JR selbst. Der essayistische Film nimmt sich Zeit für feinsinnige Beobachtungen und Anekdoten. Wie in „Agnès´ Strände“ aus dem Jahr 2008 erinnert sich Varda an ihre Vergangenheit und lässt sich sogar zum Arzt begleiten, wo sie den neusten Stand ihrer unheilbaren Augenkrankheit erfährt. In einer Szene besuchen Varda und JR das Grab des Fotografen Henri Cartier-Bresson und seiner Frau Martine Francke, in einer anderen erweisen sie der berühmten Louvre-Szene aus Jean-Luc Godards „Außenseiterbande“ eine Referenz. Gegenwärtiges trifft auf Vergangenes, Heiterkeit auf Melancholie. Das Gefühl, das dieser poetische Film vermittelt, liegt irgendwo dazwischen.

(Christian Horn, programmkino.de)

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /homepages/6/d212253369/htdocs/eva/counter/counter.php on line 61