Blissestraße 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Eintrittspreise:
-Erwachsene 9,-- €
-Kinder (bis 14 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Dienstag 5,-- €
Wir zeigen heute,
Sonntag, den 25.02.2018:


11:00 Eva:
Loving Vincent (DF)

13:00 Eva:
Paddington 2

15:00 Eva:
Das Leuchten der Erinnerung

17:30 Eva:
Die dunkelste Stunde

20:15 Eva:
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

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Bundesplatz-Kino

Impressum

Die Grundschullehrerin

...noch bis Mittwoch, den 21.02. täglich um 17:45 Uhr in den Eva-Lichtspielen ! (Mittwoch in der OmU !) Sowie Montag/Dienstag (26./27.02.) um 15:00 Uhr.

Flo (Sara Forestier) geht ganz in ihrem Beruf als Lehrerin in einer französischen Grundschule auf: Sie unterrichtet sogar ihren Sohn und wohnt mit ihm im Schulgebäude. Doch die Begegnung mit einem schwierigen Kind, das sie unter ihre Fittiche nimmt, stellt ihr gesamtes Lebensmodell in Frage. Besonders schön an der turbulenten Dramödie übers Lehren und Lernen ist die positive Energie, die direkt von der Leinwand ins Publikum strömt. Dabei geht es nur auf den ersten Blick um Kinder und Schule - tatsächlich handelt der Film eher vom Beruf als Berufung.


PRESSESTIMMEN:

„Berührend und perfekt inszeniert. Ein Film, der begeistert!" (Le Parisien)

„Ein warmherziger Film voller Hoffnung." (Le Figaro)

„Die Grundschullehrerin ist eine heimliche Heldin des Alltags… Der Film ist feinfühlig und pointiert, ungemein authentisch…“ (Filmstarts)


FILMKRITIK:

Wie eine Lehrerin fast an den eigenen Ansprüchen verzweifelt, davon erzählt Hélène Angel in „Die Grundschullehrerin“. Sara Forestier spielt die Titelfigur, eine junge, überaus engagierte Frau, die einen Sohn hat und diverse Schüler, die um ihre Aufmerksamkeit streiten. Manchmal ein wenig didaktisch ist dieses Drama, vor allem aber eine mitreißend gespielte, sehr sehenswerte Ode an die Lehrer, die eine der prägendsten Phasen im Leben begleiten.

Florence (Sara Forestier) unterrichtet an einer Grundschule in Grenoble. Manchmal etwas wilde, aber doch liebe Schüler hat sie, darunter auch ihren Sohn Denis (Albert Cousi), mit dem sie in einer Wohnung im Schulgebäude lebt. Nicht nur räumlich auch emotional ist die Schule also das Zentrum ihres Lebens, eine Tatsache, die nicht nur Denis bemerkt. Der würde gern mit seinem Vater ein Jahr nach Indonesien gehen, ein Abnabelungsprozess von der Mutter, den diese unbedingt verhindert möchte.

Dabei hat sie gar nicht viel Zeit für ihren Sohn, denn ihre Schülern fordern viel Aufmerksamkeit. Zum Beispiel Sacha (Ghillas Bendjoudi), der oft ungewaschen und ungepflegt in der Schule erscheint, denn seine Mutter lässt ihn oft tagelang allein zu Hause. Mit zunehmender Verzweiflung versucht Florence Sacha zu helfen, zu verhindern, dass das Sozialamt eingeschaltet wird und der Junge in ein Heim kommt. Doch beim Versuch, Sacha zu helfen, gerät zunehmend ihr eigener Sohn ins Hintertreffen.

In einem deutschen Film über eine Grundschullehrerin wäre wohl unweigerlich von den so genannten Helikoptereltern die Rede, die allerhöchste Ansprüche an die Erziehung ihrer Sprösslinge haben. Vielleicht existiert diese sehr spezielle Spezies nicht in Frankreich, vielleicht liegt es aber auch am eher beschaulichen Schauplatz Grenoble, fernab der Hauptstadt Paris. Dort hatte vor zehn Jahren Laurent Cantets Cannes-Gewinner „Die Klasse“ gespielt, der ältere Schüler zeigte, aber in vielerlei Hinsicht ähnlich funktionierte wie nun „Die Grundschullehrerin.“ Noch mehr mag man bei Hélène Angels Film aber an Nicolas Philberts Dokumentation „Sein und Haben“ denken, der ebenfalls einen überaus engagierten Lehrer zeigte, der in einer kleinen Dorfschule unterrichtete.

Dass es sich hier jedoch um einen Spielfilm handelt merkt man Angels Film immer wieder an, gerade im Gegensatz zu Cantets oft dokumentarisch wirkendem „Die Klasse.“ Zwar verwendet auch Angel – abgesehen von den Schauspielern in den Rollen der Lehrer und Eltern – vor allem Laien, die sie jedoch in ein dramaturgisches Konstrukt einbindet, dass bisweilen ein wenig didaktisch und zugespitzt wirkt.

Mit zwei etwa gleichaltrigen Kindern hat es Florence zu tun, ihrem Sohn Denis und seinem Klassenkameraden Sacha, der sich fast zu einem Ersatzsohn zu entwickeln scheint, um die schweren Entscheidungen zu verdeutlichen, vor die sich Florence gestellt sieht: Wo liegen ihre Schwerpunkte? Will sie ihrem schon sehr selbstständigen Sohn beistehen oder sich mehr für ein offensichtlich hilfsbedürftiges Kind einsetzen, dass ihrer Hilfe weit mehr bedarf? Vor unmögliche Fragen stellt Angel ihre Hauptfigur, zeigt auf eindringliche Weise, wie diese sich in ihrem Bemühen, Gutes zu tun, mehr und mehr verrennt, um am Ende doch noch einen Mittelweg zu finden. Engagiertes Kino ist „Die Grundschullehrerin“, vor allem von Sara Forestier mitreißend gespielt und trotz manch didaktischer Note sehr sehenswert.

(Michael Meyns, programmkino.de)

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