Eva Lichtspiele

Blissestrasse 18
10713 Berlin
U Blissestrasse oder Bus 101, 104, 249
Tel.: 030 / 922 55 305
Wir zeigen heute,
Samstag, den 12.09.2026:


13:15 Eva:
Arrow Minions & Monster

15:30 Eva:
Arrow Albrecht Weinberg - Es ist immer in meinem Kopf

17:45 Eva:
Arrow Nur ein kleines bisschen Glück (DF)

20:15 Eva:
Arrow Spaziergang nach Syrakus

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Gentle Monster

...zum Bundesstart ab 17. September im Eva oder im Cosima ! 



Regie: Marie Kreutzer
Drehbuch: Marie Kreutzer
Besetzung: Léa Seydoux, Jella Haase, Laurence Rupp
113 Min. fsk 16

Die Konzertpianistin Lucy (Léa Seydoux) zieht mit ihrem Mann Philip (Laurence Rupp) und dem gemeinsamen Sohn aufs Land, wo sich der Filmemacher langsam von einem Burnout erholt. Eines Tages steht die Polizei für eine Hausdurchsuchung vor der Tür. Der Vorwurf, den Sonderermittlerin Elsa (Jella Haase) gegen Philip erhebt, wiegt schwer und stellt Lucys Welt auf den Kopf. Wer ist der Mann, den sie liebt, wirklich?

Eine Geschichte über Lucy und Elsa, über Vertrauen und Täuschung, über Liebe und die Ehrlichkeit zu sich selbst. (alamode filmverleih)

Die Französin Lucy (Léa Seydoux) lebt mit ihrem österreichischen Mann Philip (Laurence Rupp) in der Nähe von München auf dem Land. Abseits der Stadt hat das Künstlerpaar – sie spielt bekannte Popsongs in experimenteller Form am Klavier nach, er drehte einst künstlerisch ambitionierte Dokumentarfilme, hat nun jedoch auf weniger ambitionierte, dafür besser bezahlte TV-Filme umgesattelt – eine Oase der Ruhe für sich und den gemeinsamen Sohn Johnny (Malo Blanchet) geschaffen, die vom Besuch der Polizei erschüttert wird.

Die junge Ermittlerin Else Kühn (Jella Haase), steht mit ihrer Einheit vor der Tür und nimmt Philips Computer und Festplatten mit. Der Vorwurf lautet Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie, die Beweise sind so stark, dass aus dem Verdacht bald Gewissheit wird. Entsetzt wendet sich Lucy von Philip ab, zumal der Verdacht im Raum steht, dass er möglicherweise auch Johnny missbraucht hat.

Doch so sehr sie angeekelt von Philip ist, in ihrem Herzen möchten Lucy glauben, dass es eine rationale Erklärung gibt, dass ihr Mann kein Pädophiler ist. Zu gerne glaubt sie zunächst, dass Philip die Daten zur Recherche für einen Dokumentarfilm heruntergeladen hat, doch lange lässt sich diese Erklärung nicht aufrechterhalten.

Abgesehen vom Vorwurf des Antisemitismus dürfte es nichts geben, dass einen Ruf, eine Karriere, ein Leben so schnell zerstören kann, wie der Vorwurf des Kindesmissbrauchs. Die österreichische Regisseurin Marie Kreuzer ist in ihrem siebten Spielfilm – mit dem sie zum ersten Mal in den Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes eingeladen war – weniger daran interessiert, wie ein möglicher Täter mit solchen Vorwürfen umgeht, sondern wie sein Umfeld, vor allem die Frau an seiner Seite, auf diese extreme Situation reagiert.

Zu diesem Zweck lässt sie die Schuldfrage im Unklaren, streut Verdächtigungen und mögliche Hinweise auf eine Entlastung, kreiert ein Geflecht des Misstrauens, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint. Gewissheit kann es jenseits eines Geständnisses von Philip für Lucy kaum gehen, Momente aus der Vergangenheit wirken angesichts der Vorwürfe auf einmal ganz anderes, fieberhaft durchsucht Lucy ihre Erinnerung nach Hinweisen, doch am Ende muss sie eine Entscheidung treffen.

Um den Konflikt, vor dem Lucy steht, zu vertiefen, macht Kreuzer die Figur der Polizisten Elsa größer als es eigentlich nötig wäre. Auch Elsa kennt einen Mann, der sich vermutlich missbräuchlich verhält, in ihrem Fall ist es ihr dementer Vater (Sylvester Groth), der seine osteuropäische Haushälterin belästigt. Und so wie Lucy, sucht auch Elsa nach Erklärungen, nach Entschuldigungen, versucht Argumente zu finden, die ihr erlauben zu glauben, dass die Dinge vielleicht doch ganz anders liegen.

Michael Meyns (programmkino.de)

  • https://www.filmagentinnen.de/gentle-monster/